Elektrostatik

Begonnen von picass, 10.03.2026, 09:38:36 CET

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picass

Gestern hatte ich mir den ultimativen Schock eines Elektronikers beim Hantieren mit einer µC-Schaltung eingehandelt: beim Anschluss der Schaltung an das laufende Netzgerät flogen mehr als deutlich sichtbar Funken, es knisterte und anschließend erschien die Schaltung als tot. Dabei hatte ich gerade erst die extreme Friemelarbeit des Lötens eines 80-pin µC-Gehäuses erfolgreich beendet. Voll der Horror, und das mir, wo ich doch eine solide Ausbildung gerade im Bereich der elektrostatischen Aufladung genossen hatte.

Das Unheil nahm seinen Lauf, weil ich seit kurzem aus Platzgründen einen zweiten Arbeitsplatz eingerichtet hatte. Also die besagte Platine von einem zum anderen Werktisch transportiert - ganz vorsichtig nur an einer der Anschluss-Leitungen angefasst. Am neuen Werktisch stand ein Plastikstuhl, von dem ich weiß, dass nach dem Aufstehen von diesem Stuhl man hochgradig aufgeladen ist. Also auch nach dem Hinsetzen erst mal auf die Rückseite meines Arbeits-Compies gefasst und dort auf eine nicht lackierte Schraube der Befestigung des PC-Netzteils gepackt. Wenn was gut geerdet ist, dann die. Diesen Griff zur Schraube beibehalten und dann den Minuspol der Schaltung berührt - also Entladung und gleiches Spannungspotential, dann noch den Minuspol des zur Stromversorgung des µC verwendeten Netzgerätes mit in die gemeinsame Erdung einbezogen und das sollte dann gereicht haben. Also dann den Minuspol der Schaltung ans NG, dann den Pluspol ans NG und dann kam das Gewitter! Ist mir völlig ein Rätsel und habe ich so noch nie erlebt.
Wenn in der verwendeten elektronischen Schaltung ein sehr fetter Elko gehangen hätte, wäre das noch verständlich, aber da drin gab es nur einen eher kleinen 470 µF. Und zudem ging es "nur" um exakt 5,0 Volt! Jedenfalls war der µC-Schaltung, welche vorher noch funktioniert hatte, überhaupt kein Lebenszeichen mehr zu entlocken. Was' n Horror!

Im späteren Verlauf des Nachmittags gabs einen schüchternen Versuch, die µC-Schaltung nochmal zu programmieren und zu meiner Riesen-Überraschung nahm sie ihre Arbeit wieder auf. Die war zwar unvollkommen, wie in einem anderen Fred beschrieben, aber immerhinque. Die Funken waren sogar bei gutem Tageslicht überdeutlich zu sehen, das war eine zwar kleine, aber doch deutlich ausgebildete Wolke an Blitzen. Warum...., ist unklar. Der PIC muss es aber doch überstanden haben. Bin immer noch perplex.
Grüße, picass

^Cobra

470uF ist zwar kein gold Cap, 
aber ohne Widerstand will auch dieser beim erst Kontakt so viel Strom haben wie es die Versorgung zulässt.
Habe die Tage eine Platine in meine PV Akkus angeschlossen, auch da Funkte es wegen den Elkos schon ganz gut. 

Kannst ja mal ein Widerstand zwischen Versorung und den ELKO machen.
also in etwa so:
-NT GND an Schaltung
-NT Plus mit Widerstand an Schaltung
-Widerstand überbrücken

so sollte es auch keine Funken mehr geben. 

Kann mir vorstellen das dein großer PIC mehr Strom bedarf hat und dadurch das aufladen länger dauert.

Gruß
Cobra

picass

#2
Man könnte quasi dauerhaft z.B. einen 10 Ohm - R in die Plusleitung verbauen. Aber nach wie vor ist mir genau diese eine Blitzerei ein großes Rätsel. Seit vielen Jahren verfahre ich so, dass ich beim Entwickeln und Testen und mal-wieder-Umprogrammieren der Testschaltung nur über Abklemmen der Plusversorgung eine Pause gönne, um z.B. Änderungen der Bauteilebestückung vorzunehmen. Danach einfach die Krokoklemme der laufenden  Versorgung wieder dran und gut isses, rsp. war es immer. Kein Blitzen, kein Geknister, nix. Und auf den Testschaltungen sitzen teils größere oder mehrere Elkos drauf. Warum bei diesem einen Male.....? Kann nicht alles verstehen. Aber fein, dass der PIC es überlebt hat, zumal auf dieser Testplatine im Gegensatz zu fast allen anderen noch kein Spannungsregler sitzt. Und ja: beim ersten Einschalten der Versorgungsspannung fließt schon ein bemerkenswerter Strom. Das verwendete NG hat eine alte, aber große analoge Stromanzeige. Da zuckt es schon erkennbar, während der Strom im Dauerbetrieb auf der 500 mA-Skala fast nicht sichtbar ist.
Grüße, picass

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