Probleme beim Löten

Begonnen von picass, 06.08.2022, 12:17:56 CEST

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picass

Was Löten anbelangt, hört die Botschaft: Ihr sprecht hier mit dem Vizemeister von Westfalen, östlicher Bezirk, Emscherregion!

Jahrzehntelang konnte ich diese hervorragende Postion im Lötvergleichskampf halten und war unangefochten. Seit ca. 2 Jahren ist es mit meiner Lötkunst den Bach, genau genommen: die Emscher runter gegangen. Schaut euch die jämmerlichen Ergebnisse auf den Bildern an. Bei Conrad hatte ich vor einem Jahr mal wieder eine Zwillingslitze mit 2x0,75 mm bestellt... so was brauche ich für Alles und das hat auch immer Alles geklappt. Jetzt ist die Rolle wegen Unbrauchbarkeit abgeschrieben und liegt schwerer als Blei im Regal. Und die war kein Billigstangebot!

Die Probs setzten ein, als ich mich doch mal entschloss, von dem bewährten Bleilot (linke, rote Rolle) so langsam umzusteigen auf ,,umwelt-freundliches" Lot ohne Blei – die rechte, rein zufällig grüne Rolle. Was ein Schrott, als hätte ich nie auch nur eine einzige vernünftige Lötung zu Wege gebracht! Am Lötwerkzeug kann es nur bedingt liegen, dass ist ein jahrzehnte alter Weller TCP50 mit 50 Watt. Für den gibt es verschiedene Lötspitzen, welche unterschiedliche Temperaturen erzeugen. Und die liegen dann weit über derjenigen, welche für dieses Schrott-Bleifrei-Lötzinn als Schmelztemp angegeben sind.
Ach ja, wenn ich das ,,rote" Lötzinn verwende, sind die Probs wie früher: gar nicht existent.
Was tun?
Grüße, picass

Peter

Das kann an verschiedene Dinge liegen.
Bei mir geht es am besten wenn ich Bleifrei nehme welches einen Silberanteil hat.
Dieses lässt sich dann wie verbleites Löten. Es kann auch noch daran liegen das man
für bleifreies löten nicht eine Lötspitze nehmen sollte, wo man vorher mit Blei
gelötet hat. Also eine neue Lötspitze wenn du Bleifrei löten möchtest.
Ich benutze diese Lötzinn von Stannol
Aber nicht umfallen bei den Preisen.

picass

Vermute mal, dass es bei meinem Löt-Prob an meinem "Spareifer" lag. Wollte beim Umstieg halt was "Preiswertes" nehmen. Die treffendere Formulierung wäre wohl: "Billiger". :-\
In dem von mir verwendeten Lot ist wohl keinerlei Silber enthalten. Habe gerade mal eine Testrolle - also 100 gr - eines vermeindlich angesagten Lotes bestellt und - ach ja - der Preis ist völlig abgefahren. Da schweige ich erstmal, bis das Zeug da ist und erste Tests überstanden haben sollte.
Grüße, picass

Peter

Und das ist noch billig. Schau mal nach Lötzinn
von Weller nach. Ob das den Preis rechtfertigt
weis ich auch nicht. Vielleicht hatt ja schon jemand mal
das Lötzinn von Weller ausprobiert und kann berichten.

picass

Das neue Wunderlötzinn ist da, es heißt "armack" Lötdraht Typ32-3. In einem bekannten großen Forum wurde das unwidersprochen als Bestes aller Guten bezeichnet und sollte vermeintlich tolle Eigenschaften haben. 100 Gramm kosteten knapp 16 €!
Diese Wunderwaffe habe ich natürlich gleich an meinem Testobjekt, der o.g. Zwillingslitze getestet. Voll der Horror, das Ergebnis ist erschütternd.
Das Prob muss woanders liegen, entweder ist meine jahrzehntealte Lötstation mit dem Weller TCP 24V/50W doch ungeeignet fürs Löten ohne Bleilot oder aber die Firma C hatte mir eine Litze mieserabler Qualität gesendet.
Grüße, picass

Peter

Kenne das Lötzinn nicht aber die Werte scheinen ganz
ok zu sein. Sollte eigentlich funktionieren damit.
Das es am Lötkolben liegen sollte glaube ich nicht. Da kommt
es ja nur auf die Temperatur an und die reicht für bleifrei locker aus.
Und die Leistung ist ja nur wichtig wenn du grosse Fläschen löten willst.
Schon komisch.

picass

Habe gerade den für mich wohl ausschlaggebenden Test ausgeführt, indem ich meine Reserve-Lötstation benutzte. Das ist eine AOYUE 950. Die hat zwar auch nur 50 Watt, ist dafür aber regelbar und ziemlich neu. Eine 3,5 mm Meißel-Spitze war montiert.
Beim zweiten Versuch hatte ich die Temp gleich auf 400 °C hochgedreht und die beiden verdrillten Litzenenden in gänzlich frisches, weil neues Lötfett von Stannol getaucht und dadrin auch gedreht und - ach ja - das neue Wunderlötzinn benutzt. Das Lötzinn auf die Litze, das geschmolzene Zinn verteilt, dann die L um 180° gedreht, das Ganze auf der anderen Seite nochmal. So habe ich es bislang immer gehalten, nur ohne Lötfett und so hatte es immer geklappt, über Jahrzehnte.
Das Ergebnis?
Nach meinem Geschmack ist das schlicht Mist!

Was sagt ihr dazu?
Grüße, picass

Peter

Also das ist mit jetzt neu das Litze von zwei Seiten gelötet
wird. Ich benetze die Lötspitze mit Zinn und halte sie unter die Litze.
Dann wird von oben auf die Litze Lötzinn nachgegeben bis alles verzinnt ist.
Am besten vorne an der Litze anfangen und den Lötkolben nach bedarf nach hinten
führen zur Isolierung. Ist aber meistens nicht nötig da das Zinn zimlich schnell
die Litze verzinnt. Wenn am Anfang das Lötzinn noch nicht schmelzen soll auf der Litze,
dann nochwas Lötzinn auf die Spitze geben. Dann geht das eigentlich von selber das verzinnen.
Löte meistens bei 330 Grad. Wenn die Isolierung schmelzen sollte dann musst du runter
mit der Temperatur dann dauert es halt etwas länger mit dem verzinnen.

Peter

Ich habe mal ein Video gemacht wie ich sowas
löte. Schau einfach mal ins Video Tutorial rein
da findst du das Video dazu.

Peter

picass

Wollte gerade einen neuen Beitrag einstellen, da fiehl mir auf, dass mein Letzter hier offenkundig verloren  gegangen ist. Hatte ich fertig geschrieben, aber beim Absenden muss irgendwas schiefgelaufen sein. Deshalb hier nur Kürze:
Das Video hatte ich mir natürlich angeschaut, danke für die Bemühungen. Aber so recht gefällt mir das Dargestellte nicht, das dauert nach meinem Geschmack viel zu lange. Nach meinem Verständnis sollten Elektronik-Lötungen innerhalb von max. 3 Sekunden fertig sein. Is klar, Litze ist da nicht so empfindlich wie eine SMD-Z-Diode oder Kleinsignal-Transistor. Naja, im Moment helfe ich mir weiter, indem ich in solchen Fällen die Temp bei einer geregelten Station auf 350° C hoch-tune, und bei SMDs und der Verwendung meiner alten Weller-Anlage (ungeregelt) möglichst das Blei-Lötzinn mit 0,5 mm D benutze.

Ohne Übergang mein neues Anliegen:
Wie lötet ihr SMD-Bautsteine ein, am Beispiel von Widerständen der 1206-Sorte? Genauer gesagt: wie bringt ihr die Winzlinge dazu, an ihrem vorgesehenen Platz auch liegen zu bleiben, ohne beim Lötversuch mit der Lötspitze mal wieder weg geschoben zu werden?
Selbst nutze ich so eine kleine Klemm-Pinzette. Das ist aber ein elendes Gewürge, weil die sich erst gegen das weit-genügende Öffnen sperrt und dann in der Regel den Lötling um einen oder mehrere Millimeter wieder verrutscht. Festkleben wäre was, aber solange zu warten habe ich keine Lust und das stört dann ja wieder beim evtl. Ablöten.
Wie bringt ihr die Flöhe dazu, liegen zu bleiben?
Grüße, picass

Peter

Du musst zuerst ein Pad verzinnen. Dann mit der Pinzette das Bauteil auf das verzinnte
Pad legen und mit der Pinzette festhalten. Nun mit dem Lötkolben und ein bischen Lötzinn
an der Spitze das Bauteil festlöten. Wenn es nicht ganz grade ist einfach nochmal warm machen
und das Bauteil neu ausrichten. Nun kann man die andere Seite löten. Pad erhitzen und Lötzinn
am Pad hinzufügen. Nicht zu lange das Pad heiss machen sonst löst sich das Zinn vom anderen Pad.
Muss man was üben, aber das hat man schnell raus wie lange man es erhitzen kann.
Das ist für alle Bauteile auser ICs die werden was anders gelötet.

vloki

Zitat von: Peter am 18.08.2022, 21:28:50 CESTDas ist für alle Bauteile auser ICs die werden was anders gelötet.
Bei den meisten ICs mache ich es genauso wie bei den SMD mit zwei Anschlüssen.
Von allen SMDs ein Pad vorverzinnen.
Wie beschrieben alle (oder einige) an diesen vorverzinnten fixieren und dann die restlichen Pins aller Bauteile anlöten. So muss man nicht ständig zwischen Pinzette und Lötzinn wechseln.
MPLABX  XC8  KiCAD

Peter

Ja gibt da mehrere Möglichkeiten ICs an zu löten. Ich verzinne nur ein Pad und löte
das IC fest. Dann auf der diagonalen anderen Seite ein zweites mal festlöten.
Dann über alle Pins mit einer breiten Lötspitze das Lötzinn verteilen. Anschliessend
wird mit Entlötlitze das Lötzinn welches zuviel ist entfernt. Nun nochmal mit dem Lötkolben
jeder Pin wenn nötig ist, kurz angetippt und der Pin ist sauber verlötet.
Noch besser geht es wenn man vorher die Pins mit Kolofonium einpinselt. Dann braucht man fast
keine Entlötlitze mehr. Aber muss man selber mal schauen welches Verfahren man am besten für sich
selber findet.

picass

Mit dem Positionieren und Festhalten der 1206-Widerstände tue ich mich echt schwer, rsp. breche mir dabei "einen" ab. Das "Eine" kann man wörtlich nehmen: hatte mir eine teure ESD-sichere Bestückungs-Pinzette gekauft, aber bei solchem Festhalten einen der beiden Kunststoffbacken an der Spitze abgebrochen und nun liegt sie im Regal rum, die teure Pinzette.
Gelegentlich nehme ich eine Spitzzange und lege eine der beiden spitzigen Zangenspitzen auf so'nem Floh ab. Ist nicht schlecht, vielleicht lässt sich ein Gerät konstruieren, welches das noch perfektionieren würde.
Habe inzwischen auch mal im Inet geschaut, ob es nicht Greif-, rsp. Bestückungs-Pinzetten gibt, welche einen 1206-er oben und seitlich umfassen, sodass man ihn runter drücken könnte. Habe da aber noch nichts gefunden, zudem kostet sowas Ähnliches locker mal um 40 €.

Das Löten von ICs bereitet mir keinen Kummer: zwei gegenüberliegende Anschlüsse und dann einen nach dem anderen. Nur die 1206-er bekümmern mich.
Grüße, picass

Peter

Ich benutze meisten so eine Pinzette. Geht ganz gut damit.
Mal schauen wenn ich was Zeit habe mache ich mal ein Video davon wie man sowas lötet.

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