Maulwurf vertreiben

Begonnen von picass, 05.01.2023, 19:53:17 CET

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picass

Gell?! Damit hättet ihr µ-C'ler hier nicht gerechnet. Aber was mut, dat mut ! Das Ansinnen scheint auf den ersten Blick fehl am Platz zu sein. Es gibt aber nach dem ersten Blick noch weitere:  Der Gegenspieler, dieser lieblich, flauschige Untergrundwühler verlangt nach Aufwand! Eine Klarstellung vorab: alles Nachstehende drückt meine persönlichen Ansichten aus!

Phase 1: Das Inet ist voll an Frustäußerungen Gescheiterter in der Disziplin Maulwurf-Vertreibung (MV). Die ist schwer und ohne Aufwand – auch verbalen – sind die Aussichten duster. Technik kann helfen. Die µC-Technik ist längst in diesen Bereich eingedrungen. Daher hier die Untersuchung, µC's zur MV zu nutzen. Weil das Thema komplex ist, teile ich in 3 Teile auf. Teil 1  gibt eine Kurzfassung der Problematik des MV. Teil 2 schildert Sofort-Maßnahmen, Teil 3 den Einsatz spezieller µC-Technik. Das Ganze ist kein Projekt für eine Woche. Für Ungeduldige ist das nichts, was wieder an dem nicht immer geliebten Freund, dem Maulwurf liegt. Einen ausführlichen Einblick in die Thematik der MV bietet der Beitrag von Alexander Böckmann, zu finden unter dem Suchwort ,,Maulwurfhilfe".

Eine Prämisse: Maulwürfe stehen unter Naturschutz! Jegliche Gewalt, Gift, das Fangen und Verbringen an anderen Ort ist verboten. Daran sollte sich JEDER halten. Warum meinen Wühler nicht wühlen lassen? Vor Jahren übernahm ich ein Grundstück, der ,,Rasen" im großen Garten war von Jahrzehnte-Arbeit dieser Wühler gezeichnet. Der Versuch, zu mähen, scheiterte grandios. Der Rasenmäher steckte nach 50 cm im nächsten M-Hügel und mit der Sense war's noch schlimmer. Mit viel Geld, einem LKW mit neuer Erde und dem tagelangen Einsatz mehrerer Arbeiter wurde ein neuer Rasen angelegt. Das hielt ein Jahr und dann kam der Wühler:  zuletzt 17 große Hügel und viele kleine. Der neue, teure Rasenmähroboter wäre zum Objekt mit Griff zum Wegwurf degradiert. Der Garten soll demnächst vermietet werden. Wird nicht förderlich, wenn alte Leute und kleine Kinder sich die Ohren brechen, im Düstern sowieso. Also Vertreibung aus dem Wühlparadies. Weil die Zeit drängt, wurde zunächst zu einem Fertigprodukt gegriffen. Ein Urlaub steht vor der Tür und ebenfalls das Frühjahr. Das kann man fürs M-Vertreiben weitgehend vergessen. Hat ein Weibchen ein Nest gebaut, dann erblicken die Jung-Wühler im Frühjahr zwar nicht das Licht der Welt, aber das Weibchen lässt sich dann nicht mehr vertreiben.

Phase 2: Die Wahl fiel auf 4 Geräte, die aus 40 cm  langen Aluröhren bestehen und innen einen Sound-Generator und einen Motor enthalten, welcher Rappelgeräusche verursacht.  Jedes Gerät wird mit 4 Mono-Zellen befeuert. Von Geräten mit Solarzellen halte ich nichts. Wochenlang keine Sonne, die Winterszeit wird zur Ausfallszeit! Der Elektromotor braucht einen Anlaufstrom von bald 300 Milli-Ampere. Damit sind Soarzellen ohne Sonne total überfordert und ohne rappelnden E-Motor ist die Funktionstüchtigkeit einer MC-Anlage schon vor dem Start eingeschränkt. Wem 16 Monozellen zu teuer erscheinen, kann natürlich verzichten. Dann sich mit einem Korbstuhl in den Garten setzen und in Abständen mit der Schaufel auf den Boden schlagen. Kommt gut für die Nachbarn, die sich am Zaun ansammeln und Videos ins Netz laden. Nachts natürlich auch draußen sitzen, denn der Wühler wühlt wahrscheinlich Nachts am liebsten, weil es dann so schön ruhig ist.
Meine 4 Geräte sind von der Firma SERTRONIC, Modell 70048.  29 € kostet eines. Kauft man 4 Stück, kosten die 59 €. Ein Gerät bewirkt kaum etwas, 4 Stück sind aber eine gute Anzahl. Deren Preis ist absolut gerechtfertig: eines der Geräte habe ich sofort auseinandergebaut und kann bei Bedarf begründen, warum ein Preis von 15 €/ Stück einen respektablen Gegenwert liefert. Die 4 Geräte stecken nun im Rasen dicht am Haus. Zunächst gilt es, den Wühler vom Haus auf Abstand zu halten und ihn zu verunsichern. Das scheint auch geklappt zu haben, er verhält sich wie in der Anleitung beschrieben: die Unruhe treibt ihn zunächst zu Taten an.

Für die Freunde hier im PIC-Forum, welche sich evtl. fragen, was – verdammt nochmal – das Alles mit PIC-MicroProzessoren  zu tun haben sollte? Da gibts Antworten vorab: 4 PICs sind bereits im Einsatz! In jedem der 4 Röhren steckt je ein PIC12-er-Typ. Das war ein Zufall und eine Überraschung, aber lass ma...! Ein weiterer PIC ist erfolgreich für Phase III vorbereitet. Und mit gewisser Wahrscheinlichkeit wird noch ein 32-ziger-PIC zum Einsatz kommen.
Grüße, picass

picass

#1
Inzwischen läuft in Sachen  Maulwurfbekämpfung so Etliches..., im wahrsten Sinne. Neben meinem Arbeitstisch läuft gerade im Test ein ganz besonderes, vermutlich einmaliges Bekämpfungs-Mittel: eine Modell-Eisenbahn!
Das war in jeder Beziehung ein Überraschungsprodukt. Auf der Suche nach einem preiswerten Gehäuse für ein anderes Bekämpfungs-Equippment, welches demnächst vorgestellt wird, fand ich in einer TEDI-Filiale eine Verkaufspackung mit einer kleinen Eisenbahn-Anlage, bestehend aus Lok, Tender und Kesselwagen. Die Lok wird mit 2 Batterien befeuert und dann setzt sich der Zug in Bewegung. Das war der eher beiläufige Teil. Aber der unerwartete und auf dem Verkaufskarton nicht mal erwähnte Teil ist der Hammer schlechthin: die  Lok beinhaltet einen Soundgenerator und einen recht winzigen Lautsprecher. Klein aber frech generiert der lauthals typische Geräusche für einen Dampflokbetrieb, also das Schnaufen einer langsamen Damflok, ein schnelles Rattern über die Stöße der Schienen, is klar: diverse Pfiffe, Glockentöne, Klingeln..... Das Alles im Wechsel und das ist wunderschön anzuhören.

Von Maulwürfen weiß man, dass sie erstens sehr hellhörig sind und zweitens ihre Ruhe schätzen.... und auch brauchen. Und genau das ist ein wichtiger Ansatzpunkt. Also wurde jetzt dem Kesselwagen eine kleine Steuerschaltung mit eigener Stromversorgung verpasst. In der Schaltung werkelt – was sonst ? - ein PIC18F14K22 – und generiert ,,eigentlich" nur Zeiten: 10 min fährt der Zug, dann pausiert er für 20 min, dann startet er wieder und dieser Zyclus wiederholt sich – im ersten Anlauf 10 mal. Dann schaltet der PIC alles ab und sich selbst dann auch gleich, er geht in den Sleep-Modus über.
Mal sehen, was der Maulwurf davon hält, wenn etliche Zentimeter über seinem Gangsystem die pfeifende, ratternde und sonstwie lärmende Mini-Lok dahin stampft. Leider kann die im Moment nur im Kreis fahren, es fehlen noch Schienen für gerade Strecken. Die müssten aber wohl selbst gebaut werden, denn in diesem Format – 25 mm Gleisabstand – scheint es die nicht zu geben. Hinweise dafür wären hilfreich.
Na ja, mal sehen, aber immerhin wird die Liste der Bekämpfungsmöglichkeiten um ein gutes Mitglied erweitert. Heute findet ein erster Praxistest statt. Der wird hart, sind doch Graupelschauer angesagt. Das ist für so'n China-Billigprodukt sicher eine Herausforderung. Ein Ausfall wäre aber kein Drama, hat die ganze Anlage doch nur 12 Euro gekostet, von der Arbeit um den PIC mal abgesehen.
Grüße, picass

picass

Diese Runde geht vorerst an den Wühler! >:D   Lag nicht an irgendeiner etwaig zu geringen Qualität der China-Bahn, sondern an den wüsten Umweltbedingugen: das Gelände weist ein zwar geringes, aber immerhinque erkennbares Gefälle auf und uneben ist es auch noch. Dann kam der Regen und die sehr leichte Lok hat nur eine Antriebsachse. Auf den beiden Rädern sind zwar schmale Gummireifen montiert, aber unter diesen Bedingungen war das doch zuviel. Dazu kam noch, dass die Kupplung zwischen Lok und Waggon evtl. etwas zu starr ausgefallen war, weil sich die leichte Kupplung einmal ausgehängt hatte und das mit starrem Draht dagegen verbunden wurde. Da ist also noch Grob- und Feintuning im Geländeeinsatz gefragt. Demnächst, nach dem Urlaub.....
Grüße, picass

picass

#3
Zwei Wochen sind rum seit der Installation der elektronischen Maulwurfs-Vertreiber – wie oben beschrieben. Inzwischen kann ein recht deutliches Résumé gezogen werden: Diese erste Runde geht klar an den wackeren Wühler!
Es waren insgesamt 5 von diesen Alu-Röhren mit Summer und kleinem Motor mit Rappel an zwei Seiten des Hauses eingebuddelt worden. Die waren laut Anleitung dicht am Haus angebracht, damit der W zunächst davon auf Abstand gebracht werden sollte. Alle Geräte wurden mit fetten und frischen Batterien – 1,5 V Monozellen – bestückt, vor und nach dem Einsetzen auf Funktion geprüft und – ach ja – ganz sicher auch alle eingeschaltet worden. An zwei Stellen hat es sich der Wühler nicht nehmen lassen, direkt neben je einer Röhre zu buddeln. Alle auf der Zeichnung dargestellten Maulwurfshaufen sind definitiv nach dem Verbuddeln der 5 Röhren entstanden und ganz sicher waren das nicht alle, anfänglich hatte ich schon noch andere, frische Hügel entfernt.

Mit viel gutem Willen könnte man sagen, dass bis auf zwei die anderen Hügel zumindest im Abstand von 4 Metern entstanden sind. Aber laut Bewerbung dieser Geräte soll schon eines für fast 1.000 m² ,,Maulwurf-Freitheit", also Freiheit vor MWs helfen. Das würde ich eh' nicht empfehlen, ernst zu nehmen. Aber gleich 5 Röhren sollten eine irgendwie sichtbare Wirkung schon haben. Sehe ich nicht! Das war ein Versuch, leider aus meiner Sicht ein Untauglicher. Musste sein, leider, wäre ja zu schön und zu einfach gewesen, wenn.... Stufe eins können wir knicken.

Die Stufe zwei ist gerade heute eingeläutet worden. Das Wort ,,Läuten" passt durchaus, denn ich hatte aus einer der wie beschrieben gekauften Modellbahn-Loks das Soundmodul ausgebaut, das in eine Dose (Mandarinen... sehr lecker) verfrachtet, ein schickes, sehr gutes und schön grünes Steuerkabel locker über den Rasen verlegt und durch einen Kellerschachtfenster in einen Kellerraum geführt und dort einen µC samt Netzteil installiert. Die Dose wurde mitten in dem Haupt-Wühlgebiet des Rackers vergraben. Der µC sorgt nun dafür, dass der fleißige Wühler erst 10 min Lokomotive-Stampfen, schrille Pfiffe, das Rattern der Räder an den Schienenstößen und Glockengeläut (aus alten Western bekannt) zu hören bekommt, dann darf er 10 min Ruhe genießen, bevor das wieder anhebt. Die zweite Pause beträgt 20 min, die dritte 35 min, dann geht alles von vorne los. Es soll möglichst keine oder wenig Regelmäßigkeit auftreten.

Die Stufe zwei ist eine Zwischenstufe. Es steht noch Potenteres an. Ab heute wird's ernst für den Wühler. Der hat übrigens weiterhin ,ne Menge Respekt von mir. Um neue Haufen eindeutig ausmachen zu können, sind natürlich die alten heute abgetragen worden. Das war eine echte Schlepperei, bei jedem der zahlreichen weggetragenen Eimer habe ich leise geflucht. Und der hat einen Haufen an dicken und noch dickeren Steinen, darunter veritable Kieselsteine aus der Erde hoch befördert. Kompliment, der leistet echt was. Und das noch ohne gewerkschaftliche Unterstützung oder Lohnerhöhung. Seine Zeichen setzt er ganz aus sich heraus!
Grüße, picass

picass

#4
Nach einigen Tagen der Stufe zwei liegt auch hier ein deutliches Ergebnis vor: Der Wühler ist mit 2:0 in Führung gegangen! In den wenigen Tagen hat er gleich 8 neue Hügel aufgeworfen, einer davon direkt neben der neuen Geheimwaffe, der Sound-Dose!

Eines lässt sich schon mit Sicherheit sagen: von den Geräten des Erst-Einsatzes - den Röhren mit Summer und Rappelmotor - lässt sich der W nicht erkennbar beeindrucken. Drei der neuen Hügel liegen in unmittelbarer Nähe solcher Röhren. Wenn man denn will, ließe sich bei den neuen Hügeln ein Muster erkennen: ein Kreismuster. Abgesehen von dem Haufen in der Mitte sind alle anderen in etwa auf einem Kreisbogen im Radius von vier bis 6 Metern entstanden. Ja, ja, der Kreis hat Dellen, aber nicht ablenken! Mit Optimismus könnte man sagen: der versucht schon, ein wenig auf Abstand zu gehen. Auch sind die Hügel deutlich kleiner als die vorigen. Das könnte allerdings auch an der z.Z. herrschenden Kälte liegen, welche die Bewegung von Erde auch für den Wühler erschweren wird.

Nun verbleiben das Prinzip Hoffnung und das Zünden der dritten Stufe. Die ist in Vorbereitung und wird vermutlich in zwei bis drei Tagen eingesetzt. Dann kommen mehr und leistungsfähigere von diesen Sounddosen zum Einsatz. Bis dahin muss aber noch viel Elektronik bearbeitet werden und - ach ja - einem PIC muss auch noch vermittelt werden, wie er denn den Maulwurf anzusprechen hat. >:D
Grüße, picass

picass

Habe mich bis jetzt mit dem Bau der Hardwaremodule rumgeplagt und in den letzten Tagen mit dem Erstellen des Progs. Beides ist nun so gut wie fertig. Es fehlen nur noch "Kleinigkeiten", rsp. die "Endabnahme" des Progs. Wohl noch zwei Tage, dann gehe ich in den Untergrund.
 :o
Guckst du in zwei Tagen! >:D
Grüße, picass

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